Auf Friedhöfen stehen die ältesten Bäume einer Stadt – und sie stehen dort, wo sich täglich Menschen aufhalten. Wer für eine solche Fläche verantwortlich ist, muss den Zustand des Baumbestands regelmäßig prüfen lassen. Manche dieser Kontrollen sind gesetzlich vorgeschrieben. Ob und in welchem Rhythmus das für Ihre Fläche gilt, klären Sie am besten mit der zuständigen Verwaltung; wir führen die Kontrolle anschließend fachlich durch.
Wer eine Baumkontrolle durchführen darf
Nicht jeder Gartenbaubetrieb darf das. Unser Betrieb ist FLL-zertifiziert und darf deshalb regelmäßige und zum Teil gesetzlich vorgeschriebene Baumkontrollen durchführen. Unsere Fachkräfte sind ausgebildete European Tree Technicians – ein international anerkannter Abschluss, der in Deutschland dem „Meister der Baumpflege“ entspricht. Auf Baumpflegearbeiten haben wir uns 2012 zusätzlich spezialisiert, nachdem die Pflege alter Bestände auf den von uns betreuten Friedhöfen immer mehr Raum eingenommen hatte.
Woran ein Baum beurteilt wird
Der Kontrolleur beurteilt den Baum als Ganzes: den Stammfuß und das Wurzelumfeld, den Stamm, die Anbindung der starken Äste und den Aufbau der Krone. Auffällig sind zum Beispiel Pilzfruchtkörper, Rindenschäden, Totholz in der Krone oder frische Risse. Entscheidend ist nicht der einzelne Befund, sondern die Kombination aus Schadbild, Standort und dem, was unter dem Baum passiert. Genau das macht Friedhofsbäume besonders: Unter ihnen stehen Grabsteine, Einfassungen und Bepflanzungen, und es halten sich Menschen auf.
Was nach der Kontrolle möglich ist
Aus dem Ergebnis ergibt sich die Maßnahme. Unser Leistungsspektrum reicht dabei von der erhaltenden Pflege bis zur vollständigen Beseitigung:
- Kronenauslichtung und -einkürzung nach ZTV-Baumpflege, wenn der Baum durch gezielte Schnitte entlastet und erhalten werden kann,
- Fällung bei kranken oder zu groß gewordenen Bäumen, auch an schwierigen Standorten,
- Wurzelstockentfernung, wenn die Fläche wieder nutzbar werden soll,
- fachgerechter Abtransport des anfallenden Holzmaterials.
Der Erhalt hat für uns Vorrang. Ein alter Baum, der über Jahrzehnte gewachsen ist, lässt sich nicht ersetzen – eine Fällung schlagen wir vor, wenn sie sich fachlich nicht mehr vermeiden lässt.
Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne
Wie wir in die Krone kommen, richtet sich nach dem Standort. Wo eine Zufahrt vorhanden ist und die Fläche das Gewicht trägt, arbeiten wir mit Hubarbeitsbühnen. Auf Friedhöfen ist das oft nicht der Fall: Die Wege sind schmal, links und rechts stehen Grabstätten, und ein Fahrzeug käme nicht nah genug heran, ohne Schaden anzurichten. Dann setzen wir die schonende Seilklettertechnik ein. Der Baumpfleger arbeitet gesichert im Baum, das Material wird kontrolliert abgelassen – die Grabstätten darunter bleiben unberührt.
Ein Bestand, den wir dauerhaft betreuen
Wie diese Arbeit über Jahre aussieht, zeigt der Jüdische Friedhof in Köln-Bocklemünd. Seit 2014 übernehmen wir dort im Auftrag der Synagogengemeinde Köln die komplette Grünpflege eines über 40.000 Quadratmeter großen Geländes, das 1918 erstmals eröffnet wurde. Zum Auftrag gehört ausdrücklich der Erhalt und die Pflege des zum Teil sehr alten Baumbestands sowie des Wegenetzes, das zu den rund 6.000 Gräbern führt. Wer einen solchen Bestand über Jahre begleitet, kennt jeden auffälligen Baum beim nächsten Durchgang wieder – das ist der eigentliche Wert einer regelmäßigen Kontrolle.
Alle Arbeiten rund um den Baum – von der Kontrolle bis zum Abtransport – finden Sie auf unserer Seite zu den Baumarbeiten und der zertifizierten Baumpflege.